Man könnte auch das Schöne sehen

Die grosse Winkelspinne gilt als die grösste Spinne der Schweiz. Nicht überraschend, aber zu Unrecht, löst sie bei manchen die grösste Angst aus.  

Die grosse Winkelspinne löst bei vielen Menschen Angst- und Ekelgefühle aus. Das hängt wohl mit ihrer eindrücklichen Körpergrösse und der Länge ihrer Beine zusammen. Dazu ist sie auch noch erstaunlich schnell. Doch nüchtern betrachtet ist die Spinne für den Menschen weder gefährlich noch ekelhaft. Eigentlich geht sie dem Menschen lieber aus dem Weg, obwohl sie sich gerne in seinen geschützten Räumlichkeiten niederlässt, jedenfalls so lange, als er sie dort nicht stört. Die grosse Winkelspinne zieht sich in dunkle Ecken zurück, wo sie ein ausgeklügeltes Trichternetz (einschliesslich Wohnraum und Fangfäden) baut. Dazu kommt, dass sich die Spinne regelmässig häutet. Das kann einen anekeln oder faszinieren. Es ist, wie so oft, alles eine Frage der Betrachtung.

In der aktuellen Jahreszeit sind die Männchen häufiger ausserhalb ihrer Netze anzutreffen, da sie sich auf ihren langen Streifzügen nach paarungswilligen Weibchen umsehen. Falls es sich beim abgebildeten Exemplar um ein Männchen handelt - was sich nicht ganz zweifelsfrei eruieren lässt - würde dies seinen Aufenthalt ausserhalb des Netzes erklären. Der Paarungsvorgang von grossen Winkelspinnen ist kompliziert, dauert lange und kann für das Männchen tödlich enden. Wiederum ist es interessant, was sich die Natur hier überlegt hat.

Meine erste Begegnung mit einer grossen Winkelspinne hatte ich im Alter von ungefähr fünf oder sechs Jahren, als sich eine Spinne mitten in der Nacht auf der Innenseite eines Mückennetzes verirrte. Damals hatte ich auch einen Schrecken, doch damals wusste ich auch nicht, dass die Spinne mir nichts antun würde und sie sogar vielmehr nützlich ist.  

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