Nur bei Gefahr stinkt's

Wie viele Insekten sind Wanzen mit hartnäckigen Vorurteilen behaftet. Höchste Zeit, um auch sie von einer anderen Seite zu beleuchten.

Die Wanzen gehören jetzt auch nicht gerade zu den Lieblingen der meisten Leute, welche sich bereits mit Spinnen usw. schwertun. Ähnlich wie Spinnen werden Wanzen nur oberflächlich beurteilt. Ihre markantesten Eigenschaften: Ihre schildhafte Form und ihr stinkiges Abwehrsekret. Das genügt offenbar, um sie als Lästlinge einzustufen. Wie sich hier zeigen wird, lohnt es sich, diesen Schluss nochmals zu überdenken.

Klar können sie an Pflanzen Schäden verursachen, indem sie Pflanzensäfte absaugen. Dies wird aber erst zu einem Problem, wenn die Wanzen in grossen Gruppen auftreten. Das zeigte sich vor wenigen Jahren in vereinfachter Form beispielhaft in meinem Balkongarten, wo die Wanzen zunächst nur einzelne Chilischoten befielen. Das Ergebnis waren verformte Chilis, die aber immer noch geniessbar waren. Erst als die Wanzen vermehrt auftraten, wurde die ganze Pflanze in Mitleidenschaft gezogen, was dann auch dazu führte, dass ihre Chilis nicht mehr verwertet werden konnten. Dabei handelte es sich zudem um marmorierte Baumwanzen, welche nicht einheimisch sind und als besonders aggressiv gelten (siehe auch Beitrag vom 1.8.2020). Sie sind nicht zu verwechseln mit den einheimischen rotbeinigen Baumwanzen, welche oben abgebildet sind.

Klar ist es nervig, wenn eine Himbeere nach den Stinkkäfern, wie sie im Volksmund genannt werden, schmeckt. Anderseits machen sich die Wanzen über andere Insekten her und sind so gesehen auch nützlich. Was die stinkigen Absonderungen betrifft, so kann man diese ganz einfach verhindern, indem man die Wanzen vorsichtig ins Freie befördert (wo sie sich sicherlich wohler fühlen als innerhalb eines Gebäudes). Mit anderen Worten: Wo ist das Problem?

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