Beim Paartanz herrschen noch alte Rollenbilder vor. Mehr Flexibilität wäre schön – nur schon in der Diskussion.

In vielen Tanzschulen wird der Paartanz von Mann und Frau weiterhin traditionell gelehrt: Der Mann führt, die Frau folgt. Rollenverteilung beim Paartanz ist nicht falsch – wie sie heutzutage leider nur allzu oft zustandekommt, hingegen schon.

Für mich ist klar, dass es ohne Rollendefinition im Paartanz nicht geht. Mit anderen Worten können meine Partnerin und ich nicht gleichzeitig führen. Umgekehrt können wir nicht führungslos zusammen tanzen, jedenfalls nicht so, dass das Ganze noch als Tanzen durchgehen würde...

Ein einleuchtender Lösungsansatz lässt sich meines Erachtens beim Equality Dance finden, der (auch) für gleichgeschlechtliche Paare konzipiert wurde. Im soeben erwähnten Equality Dance ist ein laufender Führungswechsel, das heisst während dem Tanzen, vorgesehen. Das kann technisch schwierig sein, ist aber lernbar.

Das grössere Problem sehe ich darin, dass die Diskussion vielfach verweigert oder wenigstens verdrängt wird. Als Mann geführt zu werden oder einen Mann zu führen, geht für manche ja gar nicht. Doch die Realität beweist zum Glück oft genug das Gegenteil, wie zum Beispiel am Silvesterball, wenn der in Sachen Tanzen durchaus erfahrene Herr seiner Dame immer ein wenig hinterherhinkt...

Viele sind sich scheinbar nicht bewusst, dass Paartanz auch ein Teamsport ist. Im Teamsport wie zum Beispiel im Eishockey liegt die Führungsrolle meist nicht beim formellen Leader (Captain), sondern wird auf dem Feld situativ respektive intuitiv vergeben. Genau so wünsche ich mir das auch im Paartanz: Mehr Dynamik, mehr Flexibilität! Nur schon darüber zu reden, darf kein Tabu mehr sein.

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